Zum Inhalt springen
AnamneseArchiv der Psychologie

Mindestens zwei Zeichen

Ordner 05 / 10 · vier Akten · 1936–1978

Entwicklung

Dass Kinder anders denken als Erwachsene — nicht weniger, sondern anders —, ist die Entdeckung dieses Ordners. Piaget machte aus den falschen Antworten der Kinder ein Forschungsprogramm und aus seinen eigenen drei Kindern die berühmteste Beobachtungsserie des Fachs; Bowlby holte die Frage, was frühe Trennung anrichtet, aus der Deutung in die Statistik; und Ainsworth baute das Zwanzig-Minuten-Verfahren, mit dem sich Bindung bis heute misst.

Die drei Akten hängen aneinander wie Glieder einer Beweiskette: Piagets Kind konstruiert seine Welt, Bowlbys Kind braucht dafür einen sicheren Hafen, und Ainsworths Fremde Situation prüft, ob es ihn hat. Aus der Kinderstube wurde ein Feld mit Längsschnitten über Jahrzehnte und Metaanalysen über Kulturen.

Für das Archiv ist dieser Ordner der freundlichste Prüfbericht der Psychoanalyse-Nachbarschaft: Was Anna Freuds Kriegskrippen beobachteten, wurde hier zur am besten replizierten Theorie über das, was Menschen zusammenhält.

  1. Akte 023Jean PiagetLa naissance de l'intelligence chez l'enfant (1936)Teilweise repliziert
  2. Akte 024John BowlbyForty-four juvenile thieves (1944)Teilweise repliziert
  3. Akte 025Mary AinsworthPatterns of Attachment (1978)Repliziert
  4. Akte 034Eleanor J. GibsonDie visuelle Klippe (1960)Teilweise repliziert