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AnamneseArchiv der Psychologie

Mindestens zwei Zeichen

Akte 014 · Humanistische Psychologie

Abraham Maslow

Abraham Maslow, 1971, Foto: William Carter
Abraham Maslow

Abb. 1 — Public domain · Wikimedia Commons


Auf einem Blatt in einem Managementhandbuch von 1960 steht eine Pyramide, in fünf Stufen geteilt, unten die physiologischen Bedürfnisse, oben die Selbstverwirklichung. Sie ist das bekannteste Bild der Psychologie und stammt nicht von Abraham Maslow. In seinem Aufsatz von 1943 kommt keine einzige Abbildung vor.

Maslow wurde am 1. April 1908 in Brooklyn als ältestes von sieben Kindern jüdischer Einwanderer aus dem Russischen Reich geboren. Er beschrieb seine Kindheit als einsam und unglücklich — ein schmächtiger Junge in einem nichtjüdischen Viertel, angefeindet auf der Straße und ungeliebt zu Hause; über seine Mutter hat er sich zeitlebens mit einer Härte geäußert, die seine Biographen als Schlüssel zum Werk lesen: Die Psychologie des Wachstums stammt von einem, der das Gegenteil erlebt hatte. Die Bibliothek war sein Zufluchtsort.

Er studierte zunächst auf Wunsch der Familie Jura, hielt es nicht aus und wechselte nach Wisconsin zur Psychologie, wo er bei Harry Harlow arbeitete — dem Primatenforscher, dessen Versuche mit Rhesusaffen später selbst zum Streitfall wurden. Maslows frühe Arbeiten galten der Dominanz bei Affen; die Frage, was Rang und Sicherheit mit Verhalten machen, hat er also am Käfig gelernt, bevor er sie auf Menschen übertrug. 1928 heiratete er, zwanzigjährig, seine Cousine Bertha — gegen den Widerstand der Familien; er hat den Tag später als den eigentlichen Beginn seines Lebens bezeichnet.

In New York, wohin er 1935 zurückkehrte, kam er in Kontakt mit der europäischen Emigration: Max Wertheimer, Kurt Goldstein — dessen Begriff der Selbstverwirklichung er übernahm und umbaute —, Ruth Benedict, Erich Fromm, Alfred Adler, Karen Horney. Aus diesem Umfeld stammt sein Grundmotiv, das er später als Bericht einer Doppelverehrung erzählte: An Wertheimer und Benedict, den beiden Menschen, die er am meisten bewunderte, begann er zu notieren, was sie gemeinsam hatten — der Ausgangspunkt der Studien über sich verwirklichende Menschen. Dass die Psychologie ihr Bild vom Menschen an Kranken und Ratten gewonnen habe und deshalb systematisch zu düster ausfalle, wurde sein stehender Einwand.

1943 erschien A Theory of Human Motivation im Psychological Review. Die Bedürfnisse ordnete er zu einer Folge: physiologische, Sicherheit, Zugehörigkeit und Liebe, Wertschätzung, Selbstverwirklichung. Erst wenn eine Stufe hinreichend erfüllt sei, werde die nächste handlungsleitend. Vierzehn Jahre lehrte er danach am Brooklyn College, wo Studierende ihn als hingebungsvollen Lehrer beschrieben; 1951 wechselte er als Gründungsdekan der Psychologie an die neue Brandeis University, wo die Bücher entstanden, die seine Reichweite begründeten — Motivation and Personality (1954) und Toward a Psychology of Being (1962), dazu die Studien über Gipfelerlebnisse, jene Momente restloser Gegenwart, die er für die Signatur des verwirklichten Lebens hielt.

Ab den 1950er-Jahren wurde er zur Leitfigur der humanistischen Psychologie, die sich ausdrücklich als dritte Kraft neben Psychoanalyse und Behaviorismus verstand; die Fachzeitschrift und die Gesellschaft der Bewegung entstanden mit seiner Beteiligung, und 1967 wählte ihn die American Psychological Association zu ihrem Präsidenten — den Außenseiter an die Spitze, was er selbst mit trockener Verwunderung kommentierte. Zur selben Zeit wanderte sein Vokabular in die Arbeitswelt: Ein Sommer in einem kalifornischen Elektronikwerk wurde zum Tagebuch Eupsychian Management — der Traum einer Fabrik, die Menschen wachsen lässt —, und die Managementliteratur, die daraus schöpfte, zeichnete schließlich die Pyramide, die er nie gezeichnet hatte.

Die Bewegung baute er dabei institutionell mit: 1961 gründete er mit Anthony Sutich das Journal of Humanistic Psychology, die Gesellschaft folgte — und kurz vor seinem Tod halfen dieselben zwei Männer der transpersonalen Psychologie in die Welt, der „vierten Kraft“.

Ein Feldaufenthalt aus seinen frühen Jahren ist zuletzt zum Streitpunkt geworden. Im Sommer 1938 verbrachte Maslow einige Wochen bei den Siksika im südlichen Alberta und notierte, wie stark Ansehen dort an Freigebigkeit hing statt an Besitz. Seit den 2010er-Jahren wird von indigenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die These vertreten, die Bedürfnishierarchie sei aus diesem Aufenthalt entlehnt und ihre Herkunft verschwiegen worden. Belegt ist der Aufenthalt und sein Eindruck auf ihn; belegt ist auch, dass er die Blackfoot in seinen späteren Schriften kaum erwähnt. Eine Übernahme des Modells lässt sich aus seinen Aufzeichnungen nicht zeigen, und die Hierarchie hat in seiner Quelle, den Wiener und New Yorker Motivationsdebatten, eine ausreichende Vorgeschichte. Die Akte hält den Streit fest und entscheidet ihn nicht.

Sein spätes Denken trieb über die eigene Stufenfolge hinaus: In den letzten Jahren skizzierte er die Selbsttranszendenz als Ebene über der Selbstverwirklichung und eine „Psychologie des Seins“, die er nicht mehr ausarbeiten konnte. 1969 verließ er Brandeis für ein freies Stipendium einer kalifornischen Stiftung — die letzte Station, ganz dem Schreiben gewidmet. Nach einem schweren Herzinfarkt 1967 lebte er auf Zeit, notierte den eigenen Zustand mit der Neugier des Motivforschers und starb am 8. Juni 1970 in Menlo Park an einem zweiten Infarkt, während eines leichten Laufs, den die Ärzte ihm verordnet hatten. Er war 62 Jahre alt. Die Pyramide, für die ihn jeder kennt, hat er nie gezeichnet — und die Rangfolge, die sie zeigt, hat die Forschung verworfen, während seine Frage geblieben ist.

Die Frage von 1943 war eine Ordnungsfrage: Wenn Menschen viele Bedürfnisse haben, was entscheidet, welches gerade handelt? Die Motivationspsychologie der Zeit hatte darauf zwei unbefriedigende Antworten — die Trieblisten der Instinkttheoretiker, die für jedes Verhalten einen eigenen Antrieb erfanden, und die Homöostase-Modelle der Physiologen, die den Menschen als Mängelwesen im Daueraustarieren beschrieben. Maslows Antwort im Psychological Review war eine Rangfolge, in der ein Bedürfnis erst wirksam wird, wenn das darunterliegende hinreichend befriedigt ist — und, weniger zitiert, die Behauptung, dass der Mensch nach gestillter Not nicht zur Ruhe kommt, sondern weiterwill: ein chronisch wollendes Wesen, wie es im Aufsatz heißt.

Fünf Ebenen: physiologische Bedürfnisse, Sicherheit, Zugehörigkeit und Liebe, Wertschätzung, Selbstverwirklichung. Später kamen kognitive und ästhetische Bedürfnisse hinzu, in den 1960er-Jahren die Selbsttranszendenz — eine Erweiterung, die die populäre Fassung bis heute ignoriert, weil sie die Spitze der vertrauten Ordnung absägt: Über der Selbstverwirklichung stünde demnach das Aufgehen in etwas, das größer ist als man selbst. Der Aufsatz von 1943 war dabei ausdrücklich als Programm formuliert, nicht als Ergebnis; Maslow nannte ihn einen Rahmen für künftige Forschung. Die Rezeption hat den Rahmen als Befund gerahmt.

Die Datengrundlage ist der Teil, den die Rezeption übergeht. Für die Selbstverwirklichung stützte Maslow sich auf eine Auswahl von Personen, die er bewunderte — historische Figuren wie Lincoln, Jefferson und Einstein sowie Zeitgenossen aus seinem Umfeld, darunter die Anthropologin Ruth Benedict und der Gestaltpsychologe Max Wertheimer, die beiden Menschen, an denen die ganze Kategorie ihren Ausgang nahm. Es gab keine Zufallsstichprobe, keine Vergleichsgruppe und keine Kriterien, die eine andere Person hätte anwenden können; wer in die Liste aufgenommen wurde, entschied der Bewunderer. Maslow selbst hat das eingeräumt und seine Untersuchung ausdrücklich nicht als reguläre Studie bezeichnet — sie sei, schrieb er, nach gewöhnlichen Maßstäben gar keine. Die Akte vermerkt diese Ehrlichkeit; sie vermerkt auch, dass die Lehrbücher den Vorbehalt selten mitzitieren.

Und dann ist da die Pyramide. Sie taucht in Maslows Schriften nicht auf. Bridgman, Cummings und Ballard haben 2019 nachgezeichnet, wo sie herkommt: Die früheste bekannte Darstellung stammt aus der Managementliteratur der 1960er-Jahre, nicht aus der Psychologie — ein Beratungsschema, das die Stufenlehre für Schulungszwecke in ein Dreieck goss. Die Form ist dabei nicht harmlos. Eine Pyramide legt nahe, dass oben wenig Platz ist, dass man Stufen abschließt wie Stockwerke und dass Selbstverwirklichung eine Belohnung für erfolgreiches Aufsteigen sei. Maslow hat das Gegenteil behauptet: dass Bedürfnisse gleichzeitig bestehen und teilweise befriedigt sind — der Aufsatz rechnet zur Illustration mit überlappenden Prozentgraden der Sättigung, nicht mit Etagen. Die berühmteste Grafik der Psychologie ist damit ein doppelter Irrtum: falsch zugeschrieben und dem Inhalt nach irreführend.

Die Pyramide, die Maslow nie zeichnete
Abb. 2 — Die Pyramide stammt aus der Management-Literatur; der Aufsatz von 1943 enthält eine Liste. Zeichnung des Archivs

In die Arbeitswelt kam die Hierarchie über einen Übersetzer mit eigener Agenda: Douglas McGregor baute sie 1960 in The Human Side of Enterprise zur Grundlage seiner Theorie Y aus — der These, dass Menschen arbeiten wollen, wenn die Organisation ihre höheren Bedürfnisse nicht verhungern lässt. Das Buch wurde zum Klassiker der Managementlehre, und mit ihm wanderte Maslows Ordnung in Schulungsräume, Organigramme und schließlich in jene Schaubilder, aus denen die Pyramide hervorging. Die Karriere des Modells ist damit zu einem erheblichen Teil eine Karriere in fremden Fächern — dort, wo es nützlich war, nicht dort, wo es geprüft wurde.

Die empirische Prüfung der Stufenfolge begann, als das Modell längst Lehrstoff war, und fiel von Anfang an schlecht aus. Mahmoud Wahba und Lawrence Bridwell sichteten 1976 die vorliegenden Studien — überwiegend aus der Arbeitswelt, wo das Modell am eifrigsten verwendet wurde — und fanden weder Belege für die fünf Ebenen als getrennte Klassen noch für die behauptete Dynamik, dass Befriedigung unten die Motivation oben aktiviert. Clayton Alderfer faltete die fünf Stufen daraufhin zu drei zusammen und strich die feste Reihenfolge; auch diese Reparatur blieb empirisch dünn. Das Modell hat sich davon nicht beeindrucken lassen: Es steht bis heute in Lehrbüchern für Pflege, Marketing und Personalführung — am hartnäckigsten dort, wo am wenigsten geprüft wird.

Ein zweiter Maslow-Satz hat die Pyramide an Verbreitung fast eingeholt und stammt, anders als sie, wirklich von ihm: Wer als einziges Werkzeug einen Hammer hat, neige dazu, alles wie einen Nagel zu behandeln. Die Warnung aus The Psychology of Science von 1966 galt der eigenen Zunft — einer Methodenlehre, die ihre Fragen nach ihren Instrumenten auswählt — und ist zur Redensart geworden, die ihren Urheber vergessen hat. Es passt zu dieser Akte, dass ihre Person zweimal hinter ihren Sätzen verschwindet: einmal hinter einem Bild, das nicht von ihr stammt, und einmal hinter einem Satz, der es tut.

Maslow selbst war dabei ein strengerer Leser seiner Lage, als die Bewegung wahrhaben wollte, die ihn auf den Schild hob. Seine postum veröffentlichten Tagebücher zeigen einen Mann, der die eigene Beweislage nüchtern taxierte, die Prüfung seiner Thesen anmahnte und an der Drittkraft-Bewegung gerade das Unwissenschaftliche fürchtete, das ihre Gegner ihr vorhielten. Zugleich trieb er die Erweiterung ins Größere selbst voran: Mit Anthony Sutich hob er kurz vor seinem Tod die transpersonale Psychologie als „vierte Kraft“ aus der Taufe — den Versuch, Erfahrungen der Selbsttranszendenz zum Forschungsgegenstand zu machen. Die Selbstverwirklicher-Liste wiederum hat eine eigene Kritikgeschichte: überwiegend Männer, überwiegend westlich, ausgewählt vom Bewunderer — ein Kanon, der die Werte seines Erstellers spiegelt und sie als Menschenbild ausgibt. Auch dieser Einwand steht seit den 1970er-Jahren in den Akten und hat die Verbreitung des Modells nicht gebremst.

Ein Grund für die dünne Prüfbilanz liegt im Messinstrument, genauer: in seinem Fehlen. Für die Selbstverwirklichung gab es nie einen allgemein anerkannten Fragebogen. Am weitesten verbreitet war das Personal Orientation Inventory von 1964, das jahrzehntelang in Untersuchungen auftauchte und methodisch früh in die Kritik geriet — seine Skalen korrelierten hoch miteinander, seine Fragen setzten die Theorie bereits voraus, und über die Faktorenstruktur wurde nie Einigkeit erzielt. Mit dem Instrument verschwand nach und nach auch der Begriff aus der empirischen Literatur. Wer heute misst, was Maslow gemeint hat, misst es unter anderen Namen — Autonomie, Kompetenz, Sinnerleben — und mit Skalen, die aus anderen Werkstätten stammen.

Was heute steht: die Bedürfnisse selbst, nicht ihre Reihenfolge. Louis Tay und Ed Diener werteten 2011 Daten der Gallup World Poll von 60.865 Menschen aus 123 Ländern aus. Ergebnis: Die Bedürfnisse, die Maslow beschrieb, lassen sich weltweit wiederfinden und hängen je eigenständig mit Wohlbefinden zusammen — aber sie werden nicht der Reihe nach erfüllt. Menschen berichten von erfüllenden sozialen Beziehungen, während materielle Sicherheit fehlt; sie berichten von Sinn, während Grundbedürfnisse unbefriedigt sind — die Autoren verglichen die Bedürfnisse mit Vitaminen: Jedes wirkt für sich, keines wartet auf das andere. Die Liste stimmt. Die Treppe nicht.

Auch der Umbau ist versucht worden: Douglas Kenrick und Kollegen stellten 2010 eine evolutionär renovierte Fassung vor, die die Stufen durch Lebensaufgaben von Überleben bis Elternschaft ersetzt und die Selbstverwirklichung ganz streicht — was einen eigenen Fachstreit auslöste, weil damit ausgerechnet die Etage fällt, für die das Modell berühmt ist. Und die Katastrophenforschung hat der Treppe ihr vielleicht schönstes Gegenbeispiel geliefert: In Notlagen bricht das Soziale nicht weg, bis die Grundversorgung steht — Menschen teilen, organisieren und trösten mitten im Mangel. Die unteren Stufen schalten die oberen nicht ab; manchmal tragen die oberen durch den Ausfall der unteren hindurch. Frankls Lagerbeobachtung, im Nachbarordner dieser Reihe, sagt dasselbe mit anderem Vorzeichen.

Ein zweiter Strang hat Maslows Spitze unabhängig rehabilitiert: Die Forschung zur Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan findet seit den 1980er-Jahren drei Grundbedürfnisse — Autonomie, Kompetenz, Verbundenheit —, deren Befriedigung über Kulturen hinweg mit psychischer Gesundheit einhergeht. Das ist nicht Maslows Katalog, aber es ist sein Programm: Motivation jenseits von Mangel, empirisch eingelöst mit den Mitteln, die ihm fehlten. Die Akte schließt deshalb nicht mit einem Urteil über einen Irrtum, sondern mit einer Arbeitsteilung: Maslow stellte die richtige Frage in unprüfbarer Form; geprüft haben sie andere, und die Antwort war halb er.

Kaum ein psychologischer Begriff hat einen so weiten Weg in die Alltagssprache zurückgelegt, und kaum einer hat dabei so viel verloren. Selbstverwirklichung meint heute meist: tun, was man will. Bei Maslow meinte es fast das Gegenteil — das zu werden, was man der Anlage nach ist, und zwar in aller Regel im Dienst einer Sache außerhalb der eigenen Person.

Die Menschen, die er als selbstverwirklicht beschrieb, teilen bei ihm auffällige Merkmale: Sie nehmen die Wirklichkeit klarer wahr als andere, ertragen Ungewissheit besser, sind auf Probleme statt auf sich selbst konzentriert, haben wenige, aber tiefe Beziehungen, und sie halten es allein aus. Was in dieser Liste nicht vorkommt, ist Selbstoptimierung.

Der prüfbare Kern des Begriffs ist über die Jahrzehnte woanders gelandet. Deci und Ryans Selbstbestimmungstheorie hat ihn in drei Grundbedürfnisse zerlegt — Autonomie, Kompetenz, Verbundenheit — und diese sind messbar und in hunderten Studien untersucht. Der Preis ist der Verlust der Aura: Aus dem seltenen Zustand, den Maslow bei geschätzt einem Prozent der Bevölkerung vermutete, ist etwas geworden, das jeder Mensch in jedem Alltag mehr oder weniger befriedigt bekommt. Das ist wissenschaftlich der Fortschritt und rhetorisch der Verlust.

Replikationsstatus: nicht repliziert.

Der Status gilt der Hierarchie, nicht der Liste. Dass die von Maslow benannten Bedürfnisse existieren und mit Wohlbefinden zusammenhängen, ist gut belegt. Dass sie in einer festen Reihenfolge wirksam werden und eine Stufe erst nach der darunterliegenden aktiv wird, ist wiederholt geprüft und nicht bestätigt worden.

Primärquelle:

  • Maslow, A. H. (1943). A theory of human motivation. Psychological Review, 50(4), 370–396. — Der Aufsatz. Ohne Abbildung.
  • Maslow, A. H. (1954). Motivation and Personality. Harper. — Die Ausarbeitung einschließlich der Beschreibung selbstverwirklichter Personen.

Prüfung:

  • Wahba, M. A., & Bridwell, L. G. (1976). Maslow reconsidered: A review of research on the need hierarchy theory. Organizational Behavior and Human Performance, 15(2), 212–240. — Die frühe Bilanz: wenig Bestätigung für die Rangfolge.
  • Tay, L., & Diener, E. (2011). Needs and subjective well-being around the world. Journal of Personality and Social Psychology, 101(2), 354–365. — 60.865 Personen in 123 Ländern; Bedürfnisse universell, Reihenfolge nicht.

Zur Pyramide:

  • Bridgman, T., Cummings, S., & Ballard, J. (2019). Who built Maslow's pyramid? Academy of Management Learning & Education, 18(1), 81–98. — Die Rekonstruktion der Bildgeschichte und ihrer Folgen für die Rezeption.

Was daraus wurde:

  • Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The „what“ and „why“ of goal pursuits. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268. — Die Selbstbestimmungstheorie als messbare Nachfolgerin.

Deutschsprachig:

  • Maslow, A. H. (1981). Motivation und Persönlichkeit. Rowohlt, Reinbek. — Deutsche Ausgabe von Motivation and Personality.

Übersicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Bedürfnishierarchie

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